I. Mannschaft

Saison 2017/18: NRW-Klasse, Schachbund Nordrhein-Westfalen

Aufstellung, Termine, Ergebnisse und Tabelle

Pl.Mannschaft12345678910Sp.MPBP
1Düsseldorfer SK 2**4,06,05,03515.0
2SV Erkenschwick 14,0**4,55,03513.5
3SF Brackel 13,5**5,55,53414.5
4SG Niederkassel 1**3,04,54,53412.0
5SC Rochade Emsdetten 12,5**5,54,03312.0
6SK Königsspringer Iserlohn 12,0**4,54,03310.5
7SF Lieme 13,03,0**5,53211.5
8Brühler SK 12,55,02,5**3210.0
9SV Sundern 13,54,03,5**3111.0
10Bielefelder SK 13,54,02,5**3110.0

17.09.2017: nur 4:4 Unentschieden beim Düsseldorfer SK 2

Chancen ausgelassen – Saisonstart nur mit Punkteteilung

Wenn nur die nackten Zahlen der Mannschaften betrachtet werden, gab es zu Beginn der neuen Saison in der NRW-Klasse Gruppe 1 das Aufeinandertreffen der beiden stärksten Teams in Düsseldorf. Die Reserve des Düsseldorfer SK war Gastgeber der Spitzenbegegnung. Wenn man jedoch die „Nettozahlen“ betrachtet, also die Spielstärke anhand der eingesetzten Spieler beurteilt, sind auch andere Mannschaften annähernd gleich stark einzuschätzen. Unabhängig von den Zahlenspielereien gab es in der Landeshauptstadt ein echtes Spitzenspiel, das den wenigen Zuschauern alles geboten hat.

Zunächst nahm der Mannschaftskampf einen ruhigen Verlauf, der mit fortdauernder Spielzeit immer spannender wurde. Auch wenn an allen Brettern sehr solide Eröffnungsvarianten gewählt wurden, zeichnete sich bereits nach wenigen Zügen ab, wohin die Reise gehen sollte. Die Spitzenbretter des SV Erkenschwick versuchten ihren besseren Wertungszahlen entsprechend frühzeitig Druck aufzubauen.
Ein wenig überraschte das aggressive Spiel am dritten Brett gegen Ali Bitalzadeh. War das der Versuch Ali Bitalzadeh, der bekannt für seine Angriffsvarianten ist, in die Defensive zu drängen? In einer immer unübersichtlicher werdenden Stellung gelang das nicht, da Ali Bitalzadeh zum Konter ansetzte und mit Öffnung der Stellung ein Feuerwerk aufs Brett zauberte.

Bevor es allerdings an den anderen Brettern zur Sache ging, hatte Guust Homs seine Partie schon beendet. Nach gut zwei Stunden Spielzeit nutzte sein Gegner die Chance so viele Figuren abzutauschen, dass die ausgeglichene Stellung zur Punkteteilung führte.

Frank Eggenstein hatte beim Übergang ins Mittelspiel die Varianten vertauscht. Das hatte zur Folge, dass er seine Figuren nicht entwickeln konnte. Diese Schwäche nutzte sein Gegner aus. Er drang mit seinen Türmen am Damenflügel in die geschwächte Stellung ein. Die Abwehr eines Mattangriffs kostete dann nicht nur einen Bauern sondern entscheidende Bedenkzeit. Dadurch gingen weitere Bauern verloren und der volle Punkt an die Gastgeber zum 1,5:0,5 Zwischenstand.

Doch damit wurde es erst so richtig spannend. Am Spitzenbrett hatte Dennis de Vreugt seine Figuren zum Königsangriff postiert. Durch einen ungenauen Damenzug ließ er aber eine Konterdrohung seines Gegners zu. Diese Gefahr schätzte er falsch ein. Anstatt zunächst die Drohung zu entschärfen, forcierte er seinen Angriff. Nach einem Zwischenzug der gegnerischen Dame musste er dann bei fast abgelaufener Bedenkzeit realisieren, dass sein König sich in einem Mattnetz befand. Aus diesem konnte er sich nicht mehr befreien. Die Gastgeber erhöhten auf 2,5:0,5.

Doch postwenden gelang der Anschlusspunkt. Ali Bitalzadeh hatte den gegnerischen Angriff pariert und einen Bauern eingesammelt. In höchster Zeitnot verlor sein Gegner dann vollkommen die Übersicht und stellte nach der Zeitkontrolle im 40 Zug fest, dass er bei dem Manöver einen ganzen Turm verloren hatte. Somit gab er die Partie auf: 2,5:1,5.
Frank Erwich war es in der gesamten Partie nicht gelungen, einen wirklichen Vorteil zu erzielen. Mit der Zeitkontrolle waren bis auf jeweils ein Turm sämtliche Figuren vom Brett verschwunden. Da danach auch nur noch Bauern auf dem Königsflügel verblieben, endete die Partie am vierten Brett mit einem Remis zum 3:2 Zwischenstand. Dennoch waren die Aussichten auf einen doppelten Punktgewinn noch in Ordnung. Die verbliebenen Partien boten genügend Potenzial.

So war es dann an Jelmer Jens den Ausgleich herzustellen. Ihm war es gelungen die gegnerischen Figuren durch seine Bauern entscheiden einzuengen. Nachdem er dann alle seine eigenen Figuren gegen den gegnerischen König wenden konnte, war dieser nicht mehr zu verteidigen. Sein Gegner gratulierte zum 3:3.

Alexander Langers brachte danach das Team vom Stimberg erstmalig in Führung. Sein Gegner hatte seine sicherlich vorteilhafte Stellung überschätzt und eine Figur geopfert. Ein mögliches Dauerschach hatte er aber nicht gegeben. In der Folge musste er dann feststellen, dass das Springerpaar von Alexander Langers einen soliden Schutz für den König bot. Der Angriff war verpufft und die geopferte Figur nicht mehr auszugleichen. Der Zwischenstand lautete somit 3:4.

Nun musste die Entscheidung in der letzten Partie am Brett von Christoph Krings fallen. Aus der Eröffnung heraus konnte Christoph Krings eine vorteilhafte Stellung erreichen. Allerdings fand er keine Fortsetzung, die diesen Vorteil erhielt oder gar ausbaute. Schließlich versuchte er durch Figurenabtausch die Partie in den Remishafen zu lenken und erreichte ein Läuferendspiel mit jeweils drei Bauern. Sein Gegner ließ in dieser Phase gute Möglichkeiten zu einem vielleicht entscheidenden Bauerngewinn aus. Da nur noch wenig Material im Spiel verblieben war und beide Seiten über gefährliche Freibauern verfügten, die keinem ein aktives Spiel gestatteten, sollte das Unentschieden nicht mehr weit entfernt sein. Die Spannung stieg dennoch weiter und erreichte den Höhepunkt, als der Düsseldorfer Spieler einen letzten Gewinnversuch unternahm. Diesen untauglichen Versuch sollte und wollte Christoph Krings dann bestrafen. Nach fast sechs Stunden Spielzeit und knapper werdender Bedenkzeit wählte er leider die falsche Zugfolge. Da er den gegnerischen Bauern dadurch nicht mehr stoppen konnte, musste er seinen Läufer opfern und nach wenigen weiteren Zügen die Partie aufgeben.

Somit lautete der Endstand 4:4, was sich trotz des wechselnden Spielverlaufs eher als Punktverlust darstellt. In den nächsten Runden muss die Mannschaft konzentrierter zu Werk gehen, damit sich nicht der Verlauf des letzten Jahres wiederholt. Da hatte es durch vermeidbare Punkteteilungen am Ende nicht zum ersten Platz, der einzig den Aufstieg sichert, gereicht. Am 15. Oktober ist das nächste Spiel bei den SF Brackel in Dortmund. Dies ist auch ein Aufsteiger, der nicht zu unterschätzen ist.

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15.10.2017: knapper Sieg beim Aufsteiger SF Brackel

Knapp, aber dennoch ungefährdeter erster Saisonsieg

Am zweiten Spieltag der NRW-Klasse musste die Mannschaft beim Aufsteiger SF Brackel in Dortmund antreten. Diese hatten am ersten Spieltag in Emsdetten klar gewonnen und waren natürlich hoch motiviert. Das heimische Team konnte ihnen jedoch ihre Grenzen aufzeigen.

Sehr schnell war an den vorderen Brettern zu erkennen, dass sich der in der Wertungszahl angezeigte Spielstärkeunterschied bemerkbar machen wird. Bereits in der Eröffnung konnte sich Frank Erwich einen klaren Vorteil gegen die schwache Königsstellung seines Gegners verschaffen. Der konnte nur noch zusehen, wie sich die Schlinge zuzog: 1:0.
Am zweiten Brett hatte Jelmer Jens seinen Vorteil Zug um Zug ausgebaut. Das brachte dann die 2:0 Führung. In der sich anbahnenden Zeitnot fielen dann die nächsten Entscheidungen. Alexander Langers konnte die positionellen Schwächen der gegnerischen Stellung nutzen und nach Materialgewinn zum entscheidenden Königsangriff ansetzen: 3:0. Nahezu zeitgleich schafften die Gastgeber den Anschluss. Frank Eggenstein hatte aus der Eröffnung heraus das aktive Spiel seines Gegners nicht unterbinden können. Nachdem ein gegnerischer Springer in seine Stellung einbrach, war die Partie verloren.

Zur Zeitkontrolle lautete der Spielstand also 3:1. Die verbliebenen Bretter zeigten so gute Stellungen, dass der Gesamtsieg kein Problem sein sollte. Doch die Gastgeber kämpften. So schafften sie nach fünf Stunden Spielzeit den zweiten Punktgewinn. Christoph Krings hatte im gesamten Spielverlauf immer eine leicht schlechtere Stellung. Schließlich konnte er die Umwandlung des gegnerischen Freibauern im Turmendspiel nicht mehr verhindern. Unmittelbar darauf folgte die einzige Punkteteilung des Tages. Robert Ris hatte in seinem ersten Einsatz für Erkenschwick nach 10 Jahren Ausflug in die 1. und 2. Bundesliga für die Schachfreunde Katernberg ein nicht mehr zu entscheidendes Leichtfigurenendspiel erreicht: 3,5:2,5.
Die beiden letzten Partien mussten die Entscheidung bringen. Die erzwang Guust Homs. Nach langem Lavieren in einer geschlossenen Stellung konnte er die gewonnene Qualität so geschickt zurückopfern, dass er ein klar gewonnenes Turmendspiel erreicht hatte. Das verwandelte er danach mit sauberer Technik.
Den Schlusspunkt zum 4,5:3,5 ernteten dann doch noch die Gastgeber. Frank Strozewski hatte ein sehr vorteilhafte Stellung erreicht, konnte jedoch unmittelbar vor der Zeitkontrolle nicht den entscheidenden Schlag ansetzen. In einem sehr komplizierten Turm-/Läuferendspiel übersah er dann nach mehr als sechs Stunden Spielzeit, dass sein Gegner seinen Turm einsperren konnte. Dies brachte dann die Entscheidung.

Nach dem zweiten Spieltag ist kein Team in der Gruppe mehr ohne Punktverlust. Am 19. November sind die SF Lieme zum ersten Mal Gast am Stimberg. Nach dem Spiel gegen den NRW-Pokalsieger wird sich zeigen, ob der Aufstieg in die Oberliga angepeilt werden kann.

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19.11.2017: 5:3 Erfolg gegen NRW-Pokalsieger SF Lieme

Erfolgreiches Heimspiel im Rahmen des „Großkampftags“

Am letzten Sonntag stand für den Schachverein der erste „Großkampftag“ in dieser Saison auf dem Programm. Im Hotel Stimbergpark fanden gleichzeitig vier Begegnungen in verschiedenen Spielklassen statt und dass mit einem riesen Ergebnis:
drei Mal konnten sich die heimischen Teams durchsetzen; die vierte Begegnung endete unentschieden.
Die erste Mannschaft traf zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte auf die Schachfreunde Lieme aus Lemgo, immerhin der NRW-Pokalsieger. Dieser Gegner stellte sich nicht als Stolperstein heraus. Nach und nach zeigten sich Tendenzen, die in der Folge dann zum größten Teil in die erwarteten Ergebnisse mündeten.
Am ersten Brett hatte es Thomas Willemze mit einem sehr starken Nachwuchstalent zu tun, gegen das es ihm mit den schwarzen Steinen nicht gelang, den Nachzugsnachteil in der Eröffnung auszugleichen. Danach verschlechterte sich die Stellung immer weiter, sodass nach rund drei Stunden Spielzweit der erst volle Punkt an die Gäste aus Ostwestfalen ging. Zuvor hatte sich bereits Guust Homs mit seinem Gegner auf ein Remis geeinigt. Nach Abtausch der meisten Figuren bot die Stellung keinerlei Gewinnperspektive mehr.
Mit der Zeitkontrolle nach vier Stunden fiel die Vorentscheidung. Zwar konnte die Gäste zunächst ihre Führung zum 2,5:0,5 ausbauen. Frank Strozewski hatte sich beim Übergang ins Mittelspiel für eine sehr scharfe Partieanlage entschieden, da er auf die Rochade verzichtete. Seinem Gegner bot sich damit die Angriffsmöglichkeit gegen den König in der Brettmitte. Zwar konnte der den geopferte Bauer zurück gewinnen, mehr war aber zunächst nicht möglich. Erst die ungenaue Abwicklung in Zeitnot ließ den entscheidenden Mattangriff zu.
Damit waren die Geschenke aber verteilt. An Brett zwei hatte Robert Ris seine Lieblingsvariante auf dem Brett, die er ausführlich in einem Lernvideo beschrieben hat. Für die ersten 30 Züge verbrauchte er fast keine Bedenkzeit. Danach konnte er aus einer komfortablen Stellung heraus schnell einen entscheidenden Vorteil und damit den vollen Punkt erreichen. Den Ausgleich stellte fast zeitgleich Alexander van Beek her. Er hatte mit seinem vorgestoßenem E-Bauern Raumvorteil erzielt. Mit einem Qualitätsopfer konnte er dann die gegnerische Stellung zerschlagen.
Die Führung besorgte anschließend Alexander Langers. In komplizierter Stellung hatte er zwei Bauern gewinnen und alle Drohungen seines Gegners abwehren können. Nach Ausführung des 40. Zugs waren auch die Zeitnot und die Gefahr von damit verbundenen Fehlern überstanden, sodass sein Gegner aufgab. Alexander Langers liegt damit in der Topscorerwertung mit 3:0 Punkten in der Spitzengruppe!
In den verbleibenden beiden Partien sollte nun auch nichts mehr anbrennen. Beide Stellungen waren vorteilhaft. Das sah der Gegner von Frank Erwich auch nach wenigen Zügen ein. Im Damen-Leichtfigurenendspiel gab es gegen die zwei freien Mehrbauern am Damenflügel kein Rezept. 4,5:2,5 und der Mannschaftserfolg stand fest.
Abschließend teilte sich Frank Eggenstein mit seinem Gegner den Punkt zum 5:3 Endstand. Er hatte zunächst in beiderseitiger Zeitnot sehr exakt gespielt und neben einem Stellungvorteil noch einen Bauern gewonnen. Danach fand er aber nicht den richtigen Plan, um diesen Vorteil um zu setzen.
Am 17. Dezember reist die Mannschaft nun zum Königsspringer Iserlohn. Im Spitzenspiel der aktuellen Runde gab es für den eine deutliche 2:6 Niederlage beim Düsseldorfer SK 2. Die Mannschaft aus der Landeshauptstadt rangiert daher mit 1,5 Brettpunkten mehr als das heimische Team an der Tabellenspitze.

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Runde 4

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