I. Mannschaft 2016/17

Saison 2016/17: NRW-Klasse, Schachbund Nordrhein-Westfalen

Aufstellung, Termine, Ergebnisse und Tabelle

Pl.Mannschaft12345678910Sp.MPBP
1SF Gerresheim 1**2,54,57,05,05,56,06,07,06,091649.5
2SV Erkenschwick 15,5**4,55,04,04,04,05,04,56,091542.5
3SV Letmathe 13,53,5**6,05,57,04,57,06,06,591449.5
4SC Rochade Emsdetten 11,03,02,0**4,54,54,05,54,55,091134.0
5SG Bochum 23,04,02,53,5**4,05,05,55,56,091039.0
6SV Kamen 12,54,01,03,54,0**4,04,05,55,09833.5
7SG Niederkassel 12,04,03,54,03,04,0**4,04,06,09734.5
8Herforder SV Königsspringer 12,03,01,02,52,54,04,0**6,55,09630.5
9SK Münster 21,03,52,03,52,52,54,01,5**5,09325.5
10Siegener SV 12,02,01,53,02,03,02,03,03,0**9021.5

25.09.2015: Punkteteilung mit der SG Bochum 2 zum Saisonstart

Chancen ausgelassen und Schiedsrichter „Fehl“-Entscheidung

Zum Saisonauftakt in der NRW-Klasse war die Reserve der SG Bochum zu Gast. Vom Papier her sollten zwei Punkte gebucht werden, verfügten doch an fast allen Brettern die heimischen Spieler über die bessere Wertungszahl. Doch nicht nur eine fehlende Entscheidung des Schiedsrichters, sondern auch ausgelassene eigene Chancen ließen am Ende nur ein 4:4 Unentschieden zu.
Zunächst lief alles nach Plan. Nach der Eröffnung ergaben sich die ersten Vorteile. Jelmer Jens opferte eine Figur für drei Bauern, um einen Königsangriff zu starten. Thomas Willemze, Frank Erwich, Guust Homs und Frank Strozewski konnten ihre Figuren deutlich besser ins Spiel bringen.
An Guust Homs lag es dann auch, die Mannschaft in Führung zu bringen. Er konnte seine Druckstellung so weit verstärken, dass der Gegner einen Mattangriff nicht mehr verhindern konnte. Anschließend musste sich Alexander van Beek mit einer Punkteteilung zufrieden geben. Sein junger Gegner konnte das Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern trotz Minusbauern geschickt verteidigen.
Doch dann lief das Spiel aus dem Ruder. Jelmer Jens fand nicht die richtigen Züge zur Gewinnführung. Sein Gegner konnte die Königsstellung stabilisieren und den Materialvorteil zum Ausgleich ausnutzen. Danach konnten die Gäste sogar in Führung gehen. Alexander Langers konnte im Mittelspiel das Eindringen der gegnerischen Dame in seine Stellung nicht verhindern. Damit kam er entscheidend in Nachteil.
Da auch Frank Strozewski eine falsche Kombination gewählt und Material verloren hatte, drohte plötzlich sogar ein kompletter Fehlstart. Denn auch die Stellung von Frank Eggenstein war mittlerweile bedenklich.
Zunächst konnten Thomas Willemze und Frank Erwich mit sauberer Technik ihr Endspiel zum Gewinn führen. Damit lautete der Zwischenstand 3,5:2,5. Die beiden letzen Bretter mussten also die Entscheidung bringen.
In einer Zeitnotschlacht konnte Frank Eggenstein seine schlechte Stellung deutlich verbessern und seinen Gegner stark unter Druck setzen. Deser benötigte fast seine gesamte Bedenkzeit, um einen Verlust abzuwenden. Am Ende war nur noch eine Sekunde bis zur Zeitkontrolle übrig. Ob dies auch der Fall gewesen wäre, wenn der Schiedsrichter den Gegner zur Notation der Züge verpflichtet hätte, wurde nach dem Kampf heftig diskutiert. Erst nach der Zeitkontrolle notierte der Gegner die vorausgehenden ca. 10 Züge. Damit hatte er sich einen regelwidrigen Vorteil von rund einer Minute verschafft. Da die „Fehl“-Entscheidung des Schiedsrichters als „Tatsachenentscheidung“ betrachtet werden muss, wird die Mannschaft auf einen aussichtslosen Protest verzichten.
Nach der Zeitkontrolle war das Schwerfigurenendspiel für Frank Eggenstein nicht mehr zu gewinnen, Er nahm das Remisangebot seines Gegners an. Damit war ein Mannschaftspunkt gesichert.
Abschließend gab Frank Strozewski seine hoffnungslose Stellung auf. Dies bedeutet den 4:4 Endstand.
Zufrieden war das Team mit der Punkteteilung auch angesichts der ausgelassenen Möglichkeiten nicht. Auf die Fehlleistung des Schiedsrichters soll der Punktverlust auch nicht geschoben werden. Am Ende gab es keinen kompletten Fehlstart – wie so oft in den Vorjahren.
Am 23. Oktober wartet mit dem SV Kamen der nächste Gegner, der auch schon mal Stolperstein war. Danach lässt sich dann vielleicht der weitere Saisonverlauf abschätzen.

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23.10.2016: Zweites Unentschieden beim SV Kamen

„Drama“ in der letzten Partie kostet Mannschaftssieg

In der zweiten Runde der NRW-Klasse musste die Mannschaft in Kamen antreten. In den Vorjahren gab es hier einmal eine knappe Niederlage und im letzen Jahr einen Sieg. Die Begegnungen sind immer spannend verlaufen.
Das heimische Team musste durch den kurzfristigen Ausfall von Alexander van Beek auf das erste Brett der Zweitvertretung Peter Trzaska als Ersatz zurückgreifen. Dieser war nominell deutlich stärker als sein Gegner. An den anderen Brettern waren die Spieler nahezu gleich bewertet.
Peter Trzaska nahm das Remisangebot seines Gegners nach nur wenigen Zügen an. Der Respekt vorm dem Gegner, der ihm in der vergangenen Saison schwer zugesetzt hatte, war sehr groß. Die nächste Punkteteilung gab es am Brett von Guust Homs. Dieser fand in guter Stellung keinen Gewinnweg.
Danach gab es die ersten entschiedenen Partien. Am ersten Brett knüpfte Jelmer Jens an seine sehr guten Leistungen aus der Vorsaison an. Nachdem sein Gegner einen „vergifteten“ Bauern geschluckt hatte, wies er ihm durch genaues Spiel nach, dass die Stellung nicht mehr zu halten war. An Brett zwei wählte Frank Erwich offensichtlich eine falsche Eröffnungsvariante. Er erhielt keine ausreichende Kompensation für seinen geopferten Bauern und musste schließlich die Partie aufgeben.
In der Zeitnot nutze Alexander Langers ein inkorrektes Qualitätsopfer seines Gegners zum vollen Punktgewinn aus. Damit brachte er das Team in Führung und die Hoffnung auf einen doppelten Punktgewinn.
Dafür musste aber noch reichlich gearbeitet werden. Schließlich schien an keinem der restlichen drei Bretter mehr ein Sieg für die Gastgeber möglich. So willigten Christoph Krings und Frank Eggenstein in eine Punkteteilung zur 4:3 Führung ein.
Doch dann führte Jimmy van Zutphen doch noch einen fatalen Fehlzug aus. Mit seinem König gab er die Deckung des Einbruchsfeldes für den gegnerischen Turm auf. Sein Gegner bedankte sich für dieses „Geschenk“ mit der Aktivierung des letzten verbliebenen Bauern. Damit war der ganzen Punkt zum 4:4 Endstand verloren. Jimmy van Zutphen war nach diesem Patzer sehr geknickt und musste vom Team wieder aufgebaut werden.
Am 13. November steht das nächste Heimspiel gegen den Herforder SV Königsspringer an. An dem „Großkampftag“ mit fünf parallelen Heimspielen im Stimbergpark Hotel will die Mannschaft den ersten Saisonsieg feiern. Bisher konnte dieser Gegner auch immer bezwungen werden.

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13.11.2016: Erster Sieg gegen den Herforder SV Königsspringer

Ungefährdeter 5:3 Erfolg mit großmeisterlicher Unterstützung

In der dritten Runde der NRW-Klasse hatte die erste Mannschaft den Herforder SV Königsspringer zu Gast. Da es im Vorfeld durch die Absage mehrerer Mannschaftsmitglieder zu einem personellen Engpass gekommen war, hatte der Verein einen Spieler für die Mannschaft – Großmeister Dennis De Vreugt – nachgemeldet.
de-vreugt
Damit konnte auf Ersatz aus der zweiten Mannschaft verzichtet werden.
Wegen der Feiertagsregelung am Volkstrauertag durften am Sonntag sportliche Veranstaltungen erst ab 13.00 Uhr beginnen. Der Schachverein Erkenschwick hatte daher mit allen Gastmannschaften diesen gemeinschaftlichen Spielbeginn vereinbart. So ging es am Sonntag im gut gefüllten Saal des Stimbergpark Hotel mit allen fünf Begegnungen gleichzeitig los. Alle Gäste waren von den Spielbedingungen begeistert und lobten die Organisation und den Ablauf des „Großkampftages“. Für alle Beteiligten ist es sehr interessant, einen Blick auf parallel laufenden Begegnungen zu werfen. Eine solche Gelegenheit – und dann auch noch mit fünf Wettkämpfen – ist die absolute Ausnahme.
herforder-ks
NRW-Klasse gegen Herforder SV Königsspringer
sfk-4
Blick zu den weiteren Mannschaften

Da die Gäste aus Herford nur mit sieben Spielern antraten konnten, ging das Team sofort mit 1:0 in Führung. Diese Führung sollte es auch nicht mehr abgeben. Nach gut zwei Stunden beendeten Jimmy van Zutphen und Frank Strozewski ihre Partien mit einer Punkteteilung. Beide Stellungen hatten die Remisbreite nie verlassen und boten keinerlei Gewinnoption.
Dann baute Dennis De Vreugt die Führung auf 3:1 aus. In einer sehenswerten Kombination sprengte er die gegnerische Königsstellung und eroberte neben einer Qualität noch drei Bauern. Auch wenn in der Herforder Mannschaft kaum ein Qualitätsunterschied an den einzelnen Brettern existiert, war das achte Brett der Gäste der Spielstärke des Großmeisters in keiner Weise gewachsen.
Vor der Zeitkontrolle beendete Frank Erwich, der für ihn ungewohnt am ersten Brett Platz genommen hatte, seine Partie mit einem Remis. Auch hier hatte keiner der beiden Spieler einen Vorteil erzielen können.
Dies gelang allerdings dem Gegner von Guust Homs. Nach Abtausch fast aller Leichtfiguren konnte der Gegner einen entscheidenden Königsangriff einleiten. Das sollte jedoch der einzige Erfolg der Gäste bleiben. Anschließend war Frank Eggenstein mit einer Punkteteilung zufrieden. In Zeitnot hatte er gute Gewinnmöglichkeiten ausgelassen. Danach wollte er keine riskanten Versuche unternehmen, um seinen Mehrbauern zu verwerten.
Das war natürlich auch der sehr guten Stellung von Alexander Langers geschuldet. Nach der Zeitkontrolle fand sich sein Gegner in einer bedauernswerten Stellung wieder. Er konnte mit seinen passiven Figuren nur noch abwarten, bis sich Alexander Langers mit Unterstützung seines Königs den entscheidenden Freibauern verschaffte. Mit dem vollen Punkt war dann der ungefährdete 5:3 Mannschaftssieg unter Dach und Fach.
Das Team liegt nun in der Tabelle auf Rang vier und kann sich in der nächsten Runde ansehen, wie das Duell der beiden führenden Teams aus Gerresheim und Letmathe am 11. Dezember ausgeht. Wir sind an diesem Spieltag beim SC Rochade Emsdetten zu Gast. Der Ausrutscher des letzten Jahres mit einer 2:6 Niederlage soll auf jeden Fall vermieden werden.

Hier sind unsere beiden gewonnenen Parten. Dennis de Vreugt opferte im 13. Zug auf f6 eine Qualität. Danach war die Partie entschieden.
Dennis de Vreugt – Helmut Quelle (C10 French, Rubinstein V)
1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sc3 dxe4 4. Sxe4 Sd7 5. Lc4 Sgf6 6. Sg5 Sb6 7. Ld3 c5 8. Le3 Sbd5?! 9. S1f3 Sxe3 10. fxe3 Le7?! .
Hier wäre 10… h6 angebracht gewesen, um den Springer zu vertreiben. Aber Schwarz will möglichst schnell rochieren.
11. Se5 O‑O?! Auf 11 … cxd4 folgt 12. O‑O und jetzt scheitert 12 … 0-0 an 13. Txf6!
12. O‑O h6? Es ist verständlich, daß Schwarz nicht 12 … g6 spielen wollte. Nach 13 Df3 cxd4 14 Dh3 h5 15 Dg3 droht ein Springeropfer auf f7 15… Ld6 16. Sgxf7 Txf7 17. Sxf7 Lxg3 18.Sxd8 Le5 19. Tae1 Aber so kommt er vom Regen in die Traufe.
de-vreugt-quelle-12s
13. Txf6!! gxf6 14. Sgxf7
de-vreugt-quelle-13s
Nur ein Computerprogramm kann so herzlos sein, diesem Zug zwei Fragezeichen zu verpassen.
Nach 14 Dh5!! fxg5 15 Tf1 f5 16 Dg6+ wird Schwarz in 6 Zügen mattgesetzt.
14 … Txf7 15 Sxf7 Kxf7 16 Dh5+ Kg7 17 Dg6+ Kf8 18 Dxh6+ Ke8 19 Lb5+ Ld7 20 Dh5+ Kf8 21 Lxd7 Dxd7 22 Dh8+ Kf7 23 Dxa8 cxd4 24 Dxa7 d3 25 Dd4 Db5 26 a4 1‑0

Alexander Langers gelang ein schön herausgespielter Sieg.
Alexander Langers – Andre Wolf (B27 Sicilian, Hungarian V)
1 e4 c5 2 Sf3 g6 3 d4 cxd4 4 Dxd4 Sf6 5 Sc3 Sc6 6 Da4 d6 7 e5 dxe5 8 Sxe5 Ld7 9 Sxd7 Dxd7 10 Le3 Lg7 11 Td1 Dc8 12 Le2 O‑O 13 O‑O a6 14 Dh4 Df5 15 g4 Dc8 16 g5 Sd7 17 Dh3 Td8 18 Lg4 e6 19 Se4 Sde5 20 Le2 Se7 21 Lc5 Sf5 22 Txd8+ Dxd8 23 Td1 Dc7 24 Db3 Dc6 25 f3 h6 26. Db6 Dxb6 27. Lxb6 hxg5 28. Sxg5 Sc6 29. c3 Lh6 30. f4
langers-wolf-30s
30 … Lxg5 Nach diesem Zug gerät Schwarz auf die schiefe Bahn. Besser wäre 30…Te8 gewesen.
31. fxg5 Se5 32. Lc7 Sc6 33. Lb6 Kf8 34. a4 Ke8 35. Kf2 Tc8 36. a5 Se5 37. b4 Sd7?! (37… Txc3) 38. Lf3 setzt Schwarz kurz vor der Zeitkontrolle die Pistole auf die Brust.
langers-wolf-38s
38… Sxb6 39. axb6 Tb8 40. c4 Sg7 41. Kg3 Sf5+ 42. Kf4 Ke7 43. Ke5 Se3 44. Tc1 Th8 45. Lxb7 Th4 46. Le4 Sg4+ 47. Kd4
langers-wolf-47s
47… Sf2 48,. b7 Txe4 49. Kc3 Te3+ 50. Kc2 Te2+ 51. Kb1 1-0

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11.12.2016: Ungefährdeter Sieg beim SC Rochade Emsdetten

Ungefährdeter 5:3 Erfolg zum Jahresabschluss

In der vierten Runde der NRW-Klasse war die Mannschaft zum dritten Mal in diesem Jahr zu Gast beim SC Rochade Emsdetten. Im Februar gab es eine deutliche Niederlage in der NRW-Klasse, im April einen knappen Sieg im NRW-Pokal. Auch dieses Mal waren die heimischen Spieler durchweg mit den besseren Wertungszahlen ausgestattet. Konnte dieser theoretische Vorteil auch praktisch in Punkte umgemünzt werden?
Diese Frage wurde im Spielverlauf eindeutig mit ja beantwortet. Nach und nach konnten die Erkenschwicker Spieler, die die weißen Steine führten, vorteilhafte Stellungen erreichen. Gleichzeitig gaben die schwarzen Stellungen keinen Anlass zur Sorge. Deshalb einigte sich Christoph Krings als erster mit seinem Gegner auf ein Unentschieden. Er hatte in der Eröffnung eine gute Möglichkeit ausgelassen und anschließend nach Abtausch der meisten Figuren keinen Vorteil mehr erzielen können. Das galt auch für die Partie von Alexander van Beek. Er hatte einen gewissen Raumvorteil erreicht, der aber nicht für einen vollen Punkt ausreichte.
Das dritte Remis quittierte danach Frank Strozewski durch eine dreifache Wiederholung der Stellung. Angesichts der guten Aussichten an den anderen Brettern verzichtete er auf weitere riskante Manöver. Die vierte Punkteteilung zum 2:2 Zwischenstand gab es danach am Brett von Frank Erwich. Nach Abtausch der Leichtfiguren war auch in dieser Partie kein Vorteil mehr zu erreichen.
Nun folgten nur noch Gewinnpartien. Zunächst ein wenig überraschend für die Gastgeber. In beiderseitiger Zeitnot kriegte Alexander Langers seine Figuren nicht mehr richtig sortiert und verlor einen Läufer. Damit war die schlechte Bauerbstruktur seines Gegners nicht mehr von Bedeutung; er musste aufgeben. In der zweiten Zeitnotschlacht verlor Frank Eggenstein aber nicht die Übersicht. Nachdem er seine Dame gegen die gegnerischen Türme tauschen konnte, brachte er sein Turmpaar entscheidend zur Wirkung. In einem schönen Manöver zwang er erst den gegnerischen König in die Brettmitte und setzte ihn dort Matt.
Nach der Zeitkontrolle lautete der Zwischenstand 3:3. Die beiden verbliebenen Stellungen waren allerdings hoffnungslos für die Gastgeber. Es bedurfte aber immerhin noch mehr als eine Stunde und einige sehr genaue Züge – insbesondere am ersten Brett – um den 5:3 Sieg sicher zu stellen. Guust Homs musste nur verhindern, dass sein Gegner nicht noch in ein Dauerschach entwischen konnte. Nach Neugruppierung seiner Königsstellung ging die Partie mit der Führung für die Stimbergstädter zu Ende. Den Abschluss machte kurz danach Thomas Willemze. Von Anfang an hatte er am Spitzenbrett seinen Gegner unter Druck gesetzt. Als er neben den schwachen Bauern am Damenflügel auch noch den gegnerischen König ins Visier nehmen konnte, brach die Verteidigungsstellung zusammen. Die schönste Partie des Tages war wieder eine überzeugende Leistung.
Am 22. Januar steht das Duell gegen den SV Letmathe auf dem Programm. Der nächste Gegner hat in dieser Runde das Spitzenspiel gegen die damit weiterhin verlustpunktfreien SF Gerresheim knapp verloren. Ein Punktverlust würde wohl das Ende der Aufstiegsambitionen bedeuten, da die Topmannschaft aus der Landeshauptstadt eindrucksvoll ihre Kreise zieht.

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22.01.2017: Sieg im Verfolgerduell gegen den SV Letmathe

Großmeister legt Grundstein zum Erfolg

In der fünften Runde der NRW-Klasse hatte die Mannschaft den punktgleichen Tabellenzweiten SV Letmathe zu Gast. Damit war die Ausgangslage klar: Nur der Gewinner dieser Begegnung würde den souveränen Tabellenführer SF Gerresheim weiter verfolgen können. Daher hatte sich das heimische Team entschlossen, die Neuverpflichtung Dennis de Vreugt einzusetzen. Damit sind die Einsatzmöglichkeiten des Großmeisters in dieser Saison ausgeschöpft. Die Regeln lassen mehr als zwei Einsätze für Nachmeldungen nicht zu.
Schnell wurde im Verlauf klar, dass diese Entscheidung richtig war. Das Team der Gäste aus dem Sauerland war an allen Brettern ungefähr auf Augenhöhe. Lediglich am achten Brett brachte Dennis de Vreugt einen deutlichen Spielstärkenvorteil ein. Wie bei ausgeglichen Gegnern zu erwarten, schien zunächst mit den schwarzen Steinen nicht viel möglich zu sein. Alle Weiß-Spieler kamen gut aus den Eröffnungen und übernahmen das Kommando.
Dem entsprechend wurden die ersten vier Punkte in Gewinnpartien verteilt. Am ersten Brett wurde die Stellung von Thomas Willemze immer mehr eingeengt. Er konnte sein gewohnt gefährliches Angriffsschach nicht realisieren. In hoffnungsloser Stellung gab er auf. Mit umgekehrten Vorzeichen verlief die Partie am zweiten Brett. Jelmer Jens konnte schnell nachweisen, dass die Angriffsversuche seines Gegners nur ein Strohfeuer waren. Er nutzte die schwache Königsstellung in der Mitte des Brettes danach zum Gewinn.
Am siebten Brett hatte Frank Strozewski die Stellung seines Königs überschätzt. Nachdem er seine Figuren zum Angriff am Damenflügel umgruppiert hatte, konnte sein Gegner die Öffnung der h-Linie zum Mattangriff erfolgreich nutzen. Den 2:2 Ausgleich erzielte dann Dennis de Vreugt am achten Brett. Sein Gegner hatte seine Stellung durch ungenaue Züge zusehends verschlechtert und konnte den König im Zentrum nicht mehr verteidigen.
In der spannenden Begegnung brachte die Zeitnot nach vier Stunden dann die Vorentscheidung für die Mannschaft vom Stimberg. Alexander van Beek konnte zwar seinen Freibauern nicht gewinnbringend einsetzen. Seine schwache Königsstellung war zu gefährdet und er musste mit einer Punkteteilung am vierten Brett zufrieden sein. Aber Frank Erwich bewies seine Technik einmal mehr. Sein Gegner suchte vergeblich eine Fortsetzung für den Königsangriff. Dabei verlor er so viel Bedenkzeit, dass er kurz vor der Zeitkontrolle mit einer Springergabel eine Figur und damit den vollen Punkt verlor.
Mit der beruhigenden 3,5:2,5 Führung ging es also in die zweite Spielperiode. Frank Eggenstein hatte am sechsten Brett in der Zeitnot den wichtigsten gegnerischen Bauern gewonnen. Alexander Langers hatte am fünften Brett außerdem ein ausgeglichenes Turmendspiel erreicht. Die Aussichten waren in Ordnung. Die Partien mussten nur noch exakt verwaltet werden. Das geschah dann auch. Nach Abtausch weiterer Bauern folgte am fünften Brett der erwartete Remisschluss zum 4:3. Den zum Sieg erforderlichen weiteren halben Punkt sicherte dann abschließend Frank Eggenstein, der keine Versuche mehr unternahm, um einem Dauerschach auszuweichen.
Die Mannschaft ist nun mit 8:2 Punkten alleiniger Tabellenzweiter. Mehr dürfte in dieser Saison auch nicht erreichbar sein. Zu deutlich ist der Vorsprung und auch Stärke des Tabellenführers SF Gerresheim. Neben zwei Mannschaftspunkten stehen siebeneinhalb Brettpunkte mehr auf dem Konto der Düsseldorfer. In der nächsten Runde am 12. Februar beim Abstiegskandidaten SK Münster 2 bleibt also das Ziel die Sicherung des zweiten Tabellenplatzes.

Hier ist die Partie Jens – Podzielny mit Kommentaren des Siegers.

Jens,J (2387) – Podzielny,K (2401), NRW-Klasse Gruppe 2 (5) 2017-01-22
1. e4 c5 2. Sf3 e6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 a6 5. Ld3 Sf6 6. O‑O Dc7 7. De2 d6 8. f4
Die meisten Partien gehen weiter mit 8. c4 zum Beispiel 8 … g6 9. Sc3 Lg7 10. Sf3 O‑O 11. Lf4 Aber ich wollte agressiver spielen, das hat mir letzte Saison gut gefallen.
8 … Sbd7 9. c4 h5?!
Dieser Zug ist Mode im Sizilianisch, aber hier hilft es seiner Stellung nicht. 9 … Le7 und die kurze Rochade ist die normale Fortsetzung. Auf; 9 … g6 sieht 10. f5 gefährlich aus für Schwarz, weil er kein Se5 hat. 10 … Se5? 11. fxe6
10 Kh1
Nicht 10. b3? Dc5 11. Le3 Sg4! und Schwarz gewinnt das Läuferpaar.
10 … Le7 11. b3 b6 12. Lb2 Dc5?
Jens - Poszielny 14w
mit der Idee … h4 und … Dh5. Mein Gegner vernachlässigt aber seine Entwicklung. 12 … Lb7 wäre besser 13. Sc3 h4 was sonst? Nach der kurzen Rochade wird der h-Bauer schwach. 14. Tac1 h3 15. g4 Sc5 16. g5 Sxd3 17. Dxd3 Sd7 Nach18 De3 mit der Idee Sc3-d5 bekommt Weiß einen starken Angriff.
13 b4!
am direktesten. 13 Sc3 war auch möglich: 13 … Dxd4? 14 Sa4! und gewinnt die Dame.
13 … Sc7
Auf 13 … Dxb4 wollte ich 14. Sc6 (mein Computer schlägt 14. e5! vor, zum Beispiel 14 … Sg4 15. La3 Da4 16. Lc2 Da5 17. Sc6 und die Dame ist gefangen.) 14 … Dc5 15. Sxe7 Kxe7 16. e5 spielen. Für nur einen Bauern hat Weiß permanenten Angriff. Der schwarze König steht unglücklich im Zentrum.
14. Sc3 g6
Schwarz hat schon viele Tempi verloren. Jetzt musste ich einen Plan finden, um seine Stellung aufzubrechen.
15. Tac1!?
Mit der schwarzen Dame auf c7 droht jetzt Sd5! Es gab auch andere Möglichkeiten: 15. Tae1 Lb7 16. Sd5! exd5 17. exd5 O‑O 18. Lxg6! (18. Dxe7? Tae8!) 18 … fxg6 19. Dd3! Kf7 20. Se6 und gewinnt.; 15. Sxe6 fxe6 16. e5 dxe5 17. Lxg6+ Kd8 18. Tad1 mit sehr starkem Angriff. Die beiden Computervarianten sind schwieriger zu berechnen als die Partiefortsetzung.
15 … h4
Jens - Poszielny 16w
15 … Lb7 ist keine Verbesserung: 16 Sd5! exd5 17 cxd5 Db8 18 Sc6 Lxc6 19 dxc6 Sf8 (19 … O‑O 20 e5!! und Schwarz ist hilflos.) 20 e5 dxe5 21 Lxe5 Dc8 22 Lxf6
16 Sd5!
Ein klassisches Opfer! Auch die Computervariante 16. e5 dxe5 17. Sxe6! fxe6 18. fxe5 war stark. Schwarz hat zu viele Schwächen und die weißen Figuren stehen zu aktiv: 18 … Sxe5 (18 … Dxe5 19. Lxg6+ Kd8 20. Se4) 19. Sd5! exd5 20. Lxe5 Dd7 21. Lxg6+ Kd8 22. Txf6
16 … exd5 17. cxd5 Db7 18. Sc6 Am einfachsten, keine Eile. Schwarz kann nicht mehr ziehen. Es folgt e4-e5 und Weiß greift mit allen Figuren an. Schwarz kann den Angriff nicht mehr zum Stehen bringen. 18. e5 dxe5 19. fxe5 Sxd5 20. e6 S7f6 21. exf7+ Kxf7 22. Sc6 Lf5 23. Lxf5 gxf5 24. Txf5 reicht auch, aber ich wollte Schwarz keine praktischen Chancen geben.
18 … Th5 19. e5 dxe5
19 … Sg8 20. exd6
20. fxe5 Sxd5
20 … Sg8 21 e6! Sdf6 22. exf7+ Kxf7 23 .d6! und Schwarz ist kaputt.
21. Le4 Eine schöne Diagonale für meinen Läufer. Wenn der schwarze Springer auf d5 weggeht, folgt Sxe7 mit Materialgewinn. Hier gewinnen mehrere Züge: 21. e6 f5 und jetzt 22. Lxf5!!
Jens - Poszielny 22s
22 … Txf5 23. Txf5 S7f6 (23 … gxf5 24. Dh5+ Kf8 25. Df7#) 24. Txd5 Sxd5 25. De4 Sf4 (25 … Lxe6 26. Dxe6 Sf4 27. Dg8+ Lf8 28. Te1+) 26. Dxf4 Lxe6 27. De5 Dd7 28. Dh8+ Lf8 29. Tf1 Lf5 30. Te1+ Le6 31. Df6 Dxc6 32. Txe6+ mit Gewinn. Das war eine schöne Computervariante, ich hatte überhaupt nicht an 22.Lxf5!! überlegt. Mit so einem Entwicklungsvorsprung ist alles möglich!
21 … Sxe5
Auf 21 … Sf8 wollte ich 22. Lxd5 Le6 23. Lf3 spielen, und ich bekomme zumindest eine Qualität (xh5, xb7, xa8)
22. Lxd5 Lg4 23. Sxe5 1‑0
Jens - Poszielny 23s
und mein Gegner gab auf. Er verliert viel Material.
a) 23 … Lxe2 24. Lxb7 Lxf1 25. Lxa8 mit Mehrfigur und Angriff im Endspiel.
b) 23 … Dxd5 24. Sxg4
Die Alternative 23. Lxf7+ Sxf7 24. Dxg4 h3 25. Tfe1 gewinnt auch.

Kommentierte Partie Jens – Podzielny als PDF-Download

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12.02.2017: Glanzloser Arbeitssieg beim SK Münster 2

Kampfgeist wird am Ende doch noch belohnt

In der sechsten Runde der NRW-Klasse war die Mannschaft zu Gast beim abstiegsgefährdeten SK Münster 2. Mit einem Sieg sollte der zweite Tabellenplatz gesichert und darüber hinaus noch das Brettpunktkonto verbessert werden. Das ist im Vergleich zu den Tabellennachbarn teilweise deutlich schlechter und könnte am Saisonende entscheidend für die Platzierung sein.
Doch es lief nicht wirklich rund in Münster. Guust Homs konnte in der Eröffnung mit Weiß keinen Vorteil erreichen und musste sich mit einer Punkteteilung begnügen. Dann konnten die Gastgeber durch einen Doppelschlag in Führung gehen. Alexander Langers lief seinem Gegner in seine Lieblings-Eröffnungsvariante. Den Königsangriff konnte er in der Folge dann nicht abwehren. Auch Frank Eggenstein griff in der Eröffnung fehl. Entscheidend war dann ein Figurenverlust, der den 0,5:2,5 Rückstand brachte.
Doch die Mannschaft zeigte Kampfgeist. Frank Strozewski hatte früh einen Bauern für eine gefährliche Initiative geopfert. In Zeitnot zahlte sich diese aus, als sein Gegner nicht mehr die genauen Verteidigungszüge fand. Da dann ein Turmverlust nicht mehr zu verhindern war, gab er auf und das Team konnte auf 1,5:2,5 verkürzen. Damit wurden die Persektiven sichtbar, da die restlichen vier Partien vorteilhafte Stellungen zeigten. Jelmer Jens stellte zunächst den Ausgleich sicher. Im Leichtfigurenendspiel war eine lange Königswanderung über das gesamte Brett erforderlich. Dadurch konnte er den Mehrbauern aber schließlich gewinnbringend verwerten.
Um die zwei Mannschaftspunkte zu sichern, musste jetzt noch ein voller Punkt verbucht werden. Da kamen Bedenken auf. Trotz einem Materialvorteil ist bei insgesamt wenigen Figuren auf dem Brett ein Gewinn nicht immer zu realisieren. So erging es Frank und Marc Erwich. Frank Erwich verpasste die beste Partiefortsetzung und ließ seinen Gegner in eine mehrfache Stellungwiederholung zum Remis entkommen. Marc Erwich verblieb am Ende einfach kein Material mehr auf dem Brett, sodass auch er mit einer Punkteteilung zum 3,5:3,5 zufrieden sein musste.
Den vollen Zähler steuerte aber schließlich doch noch Christoph Krings bei. Vor der Zeitkontrolle hatte er zwar ein vorteilhafte Partiefortsetzung verpasst. Im Endspiel konnte er seinem Gegner aber eine Figur abnehmen. Da es ihm gelang, den letzten Bauern, der für den Gewinn unerlässlich war, auf dem Brett zu halten, war nach sechs Stunden der Gesamtsieg geschafft.
Mit dem 4,5:3,5 Erfolg hat das Team vom Stimberg nach der sechsten Runde weiter jeweils zwei Mannschaftspunkte Abstand zu Platz 1 wie auch zu Platz 3. Da die Konkurrenten aber mehr Brettpunkte erzielt haben, fällt dieser Vergleich weiter negativ aus.
Am 5. März steht das nächste Heimspiel gegen die SG Niederkassel an. An diesem Tag sind wieder fünf Heimmannschaften parallel im Stimbergpark Hotel im Einsatz.

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05.03.2017: Nur Unentschieden gegen die SG Niederkassel

Punktverlust nach ausgelassenen Chancen

In der siebten Runde der NRW-Klasse hatte die Mannschaft die SG Niederkassel zu Gast. Mit einem Sieg sollte der zweite Tabellenplatz gefestigt werden. Damit sollte die Ausgangssituation vor dem Spitzenspiel beim Tabellenführer SF Gerresheim in der nächsten Runde nicht weiter verschlechtert werden um zu mindestens noch theoretische Chancen auf den ersten Platz zu erhalten.
Zunächst nahm der Kampf auch den gewünschten Verlauf. Da weder Frank Eggenstein noch sein Gegner bereit waren die Stellung zu öffnen und in schwer zu berechnenden Varianten zu landen, war die Punkteteilung zu Beginn die logische Folge. Danach brachte Christoph Krings das Team in Führung. Sein Gegner hatte den Angriff überzogen und konnte danach entscheidenden Materialverlust nicht mehr verhindern.
Anschließend baute Guust Homs die Führung aus. Auch sein Gegner griff zu optimistisch an. In der Folge konnte er seine Figuren nicht mehr sinnvoll koordinieren. Nach Figurenverlust folgte die Aufgabe. Den Score stellte danach Jimmy van Zutphen auf 3:1. Nach Abtausch der meisten Figuren konnte er seine aktive Stellung nicht mehr zu einem vollen Punkt nutzen.
Nach drei Stunden Spielzeit war die Welt also in Ordnung. Zumal die Partien von Frank Erwich und Frank Strozewski sehr vielversprechend aussahen. Doch mit der Zeitnot kam Sand ins Getriebe. Nach der Zeitkontrolle verflog dann der Optimismus bereits ein wenig. Frank Strozewski hatte den sofortigen KO-Schlag nicht ausgeführt und fand sich nun in einem Leichtfigurenendspiel wieder. Es war aber unklar, ob der Mehrbauer zum Sieg reichen würde. Schlimmer war es Frank Erwich ergangen. Nicht nur der Angriff war plötzlich nicht mehr zu sehen, auch ein Bauer war abhanden gekommen. So musste er um den halben Punkt kämpfen.
Das versuchte auch Alexander Langers, allerdings mit den falschen Mitteln. Anstatt passiv seine Stellung zu sichern, wählte er mit einem Bauernopfer eine aktive Fortsetzung. Diese war aber schließlich nicht ausreichend. Nach drei Stunden zähen Ringens musste er endlich aufgeben. Zeitgleich mit Frank Erwich, der den Minusbauern nicht mehr ausgleichen konnte.
Ein Remis rettete hingegen Marc Erwich am Spitzenbrett. Ihm war es gelungen trotz Minusqualität mit seinem Läufer und Mehrbauern eine Festung zu errichten, die sein Gegner nicht stürmen konnte. Da Frank Strozewski keine Gewinnfortsetzung gefunden hatte, einigte er sich mit seinem Gegner auf eine Punkteteilung zum 4:4 Endstand.
Am 26. März folgt der Saisonhöhepunkt. Dann tritt das heimische Team als Tabellenzweiter mit drei Punkten Rückstand beim souveränen Tabellenführer SF Gerresheim an. Nur durch einen Sieg, der bei der Stärke des Gastgebers sehr überraschend wäre, könnte der vorzeitige Aufstieg der Düsseldorfer noch verhindert werden.

Bei der Bezirksblitzmeisterschaft setzte sich die Mannschaft ein wenig überraschend durch. In der Besetzung Alexander Langers, Peter Trzaska, Frank Eggenstein, Peter Broszeit, Dirk Broksch und Max Schawacht wurde der Titel klar mit 15:1 Punkten gewonnen. Das bedeutete auch die Qualifikation für die Ruhrgebietsmeisterschaft am 25. März.

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26.03.2017: Ungefährdeter Sieg bei den SF Gerresheim

Tabellenführer klar geschlagen

In der achten Runde der NRW-Klasse war die Mannschaft beim souveränen Tabellenführer SF Gerresheim zu Gast. Die Düsseldorfer führten die Tabelle ohne Punktverlust an und wollten eigentlich den Aufstieg in die Oberliga NRW klar machen. Daraus wurde aber nichts. Die Gastgeber müssen den Aufstiegssekt noch bis zur letzen Runde am 21. Mai kalt stehen lassen.
In Düsseldorf entwickelte sich ein zäher Kampf, der dem Anspruch des Spitzenspiels in dieser Gruppe gerecht wurde. Als erstes einigte sich Christoph Krings mit seinem Gegner auf ein Unentschieden. Nachdem viel Material abgetauscht war, boten sich beiden Spielern keine Gewinnoptionen. Das zweite Remis gab es dann am Brett von Frank Erwich. Auch hier war die Stellung nach Materialabtausch verflacht. Die dritte Punkteteilung gab es dann durch Guust Homs. Da beide Spieler bessere Fortsetzungen ausgelassen hatten, gab es auch in diesem Endspiel keinen Sieger.
Das vierte Unentschieden folgte dann direkt vor der Zeitkontrolle. Marc Erwich hatte sich aus einer schlechteren Stellung nach der Eröffnung befreien können. Im Schwerfigurenendspiel konnte dann sein Gegner einer Stellungswiederholung nicht mehr ausweichen. Zu diesem Zeitpunkt kippte die Begegnung bereits in Richtung Team von Stimberg. Frank Eggenstein hatte den forschen gegnerischen Angriff mit Gewinn der Dame wiederlegt, Alexander van Beeks Gegner musste um den sofortigen Verlust zu verhindern eine Qualität hergeben. Da auch Alexander Langers mit einem Mehrbauern die Wirkung des gegnerischen Läuferpaares einengen konnte und Jelmer Jens in der Zeitnotphase einen zweiten Bauern gewonnen hatte, standen die Zeichen auf Sieg.
Der wurde in der Folge dann sicher realisiert. Nach wenigen Zügen war die Partie am Spitzenbrett entschieden. Jelmer Jens brachte das Team mit 3:2 in Führung, nachdem sein Gegner die hoffnungslose Stellung aufgegeben hatte. Mit einem wuchtigen Angriff einen Großmeister zu bezwingen, war eine starke Leistung. Nicht viel mehr Züge, nur fast eine ganze Stunde Nachdenken am achten Brett, dann stand es 4:2. Frank Eggenstein hatte neben der gewonnenen Dame einen Bauern zur zweiten Dame umgewandelt. Da sah auch der Gegner ein, dass es keine Fortsetzung mehr gab.
Den halben Zähler zum Sieg steuerte danach Alexander van Beek bei. Die Mehrqualität reichte nicht zum Sieg, da der Gegner fast alle Bauern vom Brett bekommen hatte. Den 5,5:2,5 Endstand stellte abschließend Alexander Langers sicher. Nach genauer Abwicklung waren seine Randbauern trotz Läufern auf unterschiedlichen Farben nicht mehr aufzuhalten.
Das Team hat eine Runde vor Saisonschluss den Abstand auf den Tabellenführer auf einen Punkt verkürzt. Die Endscheidung über den Aufstieg fällt somit erst am 21. Mai. Gerresheim benötigt mindestens ein Unentschieden bei der SG Bochum 2. Dann reicht auch kein Sieg gegen den Tabellenletzten Siegener SV mehr zur Verbesserung in der Abschlusstabelle.

Bei der Ruhrgebietsblitzmeisterschaft musste das Team akzeptieren, dass Blitzen nicht die bevorzugte Bedenkzeit ist. In der Besetzung Frank Strozewski, Peter Trzaska, Frank Eggenstein und Christoph Krings wurden nur 4 Mannschaftspunkte erspielt. Das bedeutete das Schlusslicht im Turnier mit 13 Mannschaften. Zur Vorbereitung auf den Erfolg am Sonntag war es aber offensichtlich gut geeignet.

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21.05.2017: Klarer Sieg gegen Schlusslicht Siegener SV

6:2 Erfolg bedeutet Platz 2 in der Abschlusstabelle

Am letzten Spieltag der NRW-Klasse war der Siegener SV zu Gast. Der Aufsteiger aus Südwestfalen hatte in der gesamten Saison noch keinen Mannschaftspunkt erzielen können. Die Ausgangslage war also klar: Zwei Punkte gegen den Tabellenletzten und dann hoffen, dass der Tabellenführer Gerresheim in Bochum strauchelt.
Den ersten Teil erledigte das heimische Team ohne Probleme, zumal die Gäste auch noch mit zwei Ersatzspielern antreten mussten.
Nach einem kapitalen Fehler seines Gegners konnte Alexander Langers früh die Führung erzielen. Nach dem Remis von Christoph Krings – sein Gegner traute sich keine Gewinnversuche zu starten und hatte die Punkteteilung angeboten, erhöhte Frank Strozewski auf 2,5:0,5. Er hatte seinen Gegner so einschnüren können, dass der keine Züge mehr fand und nach Figurenverlust die Zeit überschritt.
Mit der Zeitkontrolle nach vier Stunden fiel dann die endgültige Entscheidung. Jelmer Jens, Frank Erwich und Guust Homs hatten alle ihre Gegner deutlich überspielt und gewannen somit volle Punkte. Frank Eggenstein einigte sich danach mit seinem Gegner auf eine Punkteteilung zum 6:1 Zwischenstand. Den Schluss- und Trostpunkt erzielten dann doch noch die Gäste. Marc Erwich hatte seine Stellung überzogen und seinem Gegner einen entscheidenden Bauern überlassen. Dieser wurde abschließend siegbringend eingesetzt.
Mit dem 6:2 Erfolg sind 15 Mannschaftspunkte erreicht: Saisonrekord. Es war nun noch die Frage, ob es zum Platz 1 in der Abschlusstabelle reicht. Erst spät am Abend – das Ergebnisportal des Schachbundes stand seit einigen Tagen nicht zur Verfügung – war klar, dass Gerresheim seine Tabellenführung in Bochum mit einem 5:3 Erfolg gesichert hatte.
Nun bleibt nur die Hoffnung auf ein Relegationsspiel mit dem Bochumer SV, dem Zweiten der anderen Gruppe. Dies wird es aber in diesem Jahr nur geben, wenn eine Mannschaft auf ihr Startrecht in der Oberliga verzichtet. Stichtag ist der 1. Juni, also heißt es abwarten, ob wie in den Vorjahren ein Platz frei wird.

Am nächsten Wochenende steht die Zwischenrunde im NRW-Viererpokal auf dem Programm. In Dinslaken (Oberliga NRW) sind neben dem heimischen Team noch der SK Münster (frisch gebackener Aufsteiger in die Oberliga) und der Ratinger SK (Absteiger aus der NRW-Klasse) am Start. Die ausgeglichene Gruppe verspricht spannende Paarungen. Mit einer starken Mannschaft ist der Schachverein Erkenschwick allerdings nicht chancenlos.

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27.05.2017 Viererpokal: Aus in der ersten Zwischenrunde beim SV Dinslaken

Stichkampf um den Aufstieg in die Oberliga NRW; Pokalaus nach Berliner Wertung

Wie in den letzten Jahren haben auch in diesem Jahr nicht mehr alle Mannschaften für die nächste Saison gemeldet. Von einem solchen Verzicht kann nun die Mannschaft profitieren. Am 2. Juli gibt es beim Bochumer SV einen Stichkampf um einen frei gewordenen Platz in der Oberliga NRW.
Nachdem es in der regulären Saison nicht zum direkten Aufstieg reichte, obwohl das Team ungeschlagen mit 15:3 Punkten einen Vereinsrekord aufstellte, soll nun in der Verlängerung doch noch die Rückkehr in die Oberliga NRW gelingen.
Da sich die Chance auf den Aufstieg erst kurzfristig bietet, ist es nicht möglich den Stichkampf am eigentlich vorgesehenen Termin (11. Juni) auszutragen. Der Bochumer SV hat bestätigt, dass die Entscheidung daher am 2. Juli fällt. Die Spielstätte wird noch mitgeteilt.
An diesem Termin stehen ausreichend Spieler der Mannschaft zur Verfügung. Das ist erforderlich, da zeitgleich die zweite Mannschaft auch noch in der Verlängerung der Saison um den Aufstieg in die Verbandsliga kämpft. Auch hier hat sich durch Verzicht die Zahl der Aufsteiger erhöht. Trotz der herben Niederlage beim SV Bönen hat die Zweitvertretung deshalb noch immer Aufstiegschancen. Das Duell der Konkurrenten findet am 11. Juni statt. Damit steht dann auch die Ausgangslage für die finale Begegnung fest.

Im Viererpokal ist das heimische Team unglücklich in der ersten Zwischenrunde gescheitert. Das Los machte den Gastgeber SV Dinslaken zum Gegner. Nach dem Sieg von Dennis de Vreugt, der mit einem schönen Damenopfer die Partie beendete, verzichtete Guust Homs auf die Fortsetzung seiner Partie. In aussichtsreicher Stellung ließ er eine Stellungswiederholung, die zur Punkteteilung führte, zu. Grund war die völlig falsche Beurteilung der Stellung von Alexander Langers. Alle erwarteten den Gewinn des schwachen gegnerischen Zentralbauern und damit die Chance auf den Sieg in der Partie. Der Gegner konnte aber auf die Verteidigung des Bauern verzichten und starke Drohungen gegen die Königsstellung aufbauen. Die passive Figurenstellung verhindert dabei eine effektive Verteidigung und bedeute schließlich einen Qualitätsverlust. Nach einem Figurenopfer brach dann die Königsstellung zusammen; die Partie war verloren. Am ersten Brett konnte Frank Erwich mit seiner Partie nie die Remisbreite verlassen. Nach Abtausch fast alle Figuren war das Unentschieden folgerichtig. Damit war beim 2:2 Unentschieden die Berliner Wertung auf Seiten der Gastgeber und die Mannschaft ausgeschieden.

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02.07.2017: Aufstieg in die Oberliga NRW beim Bochumer SV verpasst

3:5 beim Bochumer SV: erste Saisonniederlage im Aufstiegsstichkampf

Mit einer sehr starken Mannschaft trat die Mannschaft zum Stichkampf um den Aufstieg in die Oberliga NRW beim Bochumer SV an. Da der Gastgeber aber die Bestbesetzung aufbieten konnte, war er eindeutig Favorit. Einzig am achten Brett brachte der nachgemeldete Großmeister Dennis de Vreugt für das Team vom Stimberg die bessere Wertungszahl mit. An allen anderen Brettern waren die Gastgeber im Vorteil. Erschwerend kam hinzu, dass entgegen der Planung Frank Strozewski für den erkrankten Alexander Langers einspringen musste. Dadurch rutschten die Spieler an den mittleren Brettern auf, was vor allem einen Wechsel der Figurenfarbe bedeutete. Damit war dann auch ein großer Teil der Vorbereitung Makulatur.
Trotz dieser Vorzeichen gab sich die Mannschaft natürlich nicht auf und zeigte Kampfgeist. Erst nach mehr als sechs Stunden Spielzeit war die letzte Partie beendet. Zunächst sah es auch so aus, als könnte der Aufstieg gelingen. Wie erwartet brachte Dennis de Vreugt seinen Gegner mit einem wunderschönen Figurenopfer in größte Bedrängnis. Der verlorene Bauernschirm vor seinem König, der zudem nicht mit einer Rochade aus dem Zentrum entfliehen konnte, machte schnell einen Mattangriff möglich. Dies bedeutete die Führung. Gleichzeitig hatten sich an den Brettern 1, 2, 4 und 5 aussichtsreiche Stellungen ergeben. Lediglich Marc Erwich musste eine bedenkliche Schwächung seines Königsflügels zulassen.
Die entscheidende Wende brachte wohl ein Fehler von Guust Homs am 5. Brett. Anstatt weiter den schwachen Bauern des Gegners anzugreifen, ließ er einen Gegenschlag zu, der ihn zwei Bauern kostete. Damit war er auf der Verliererstrasse. Da in der Folge auch Ali Bitalzadeh und Jelmer Jens an Brett 1 und 2 die optischen Vorteile nicht verwerten konnten und mit einer Punkteteilung die Partien beendeten, war die Vorentscheidung gefallen.
Kurz vor der Zeitkontrolle verlor auch Frank Eggenstein entscheidend Material und gab seine Partie auf. Der Zwischenstand lautete nach vier Stunden Spielzeit 2:2.
Um noch eine winzige Chance aufrecht zu erhalten, versuchte Frank Strozewski, der bis dahin eine völlig ausgeglichene Stellung auf dem Brett hatte, mit grober Gewalt unter Bauernopfer ein vollen Punkt zu erreichen. Ein Tempo fehlte am Ende um einen der beiden gefährlichen Freibauern zur Umwandlung zu führen. Da zwischenzeitlich Marc Erwich und Guust Homs ihren aussichtslosen Kampf beendet hatten, stand durch die Niederlage von Frank Strozewski der klare Sieg der Gastgeber fest. Jimmy van Zutphen kämpfte dennoch um den vollen Punkt. Mit einer sauberen Endspielführung konnte er schließlich mit seinem Sieg Ergebniskosmetik betreiben: der Endstand lautete 3 : 5.
Unterm Strich bleibt fest zu stellen, dass sich die stärkere Mannschaft durchgesetzt hat. Der Bochumer SV, der wieder einmal ein fairer Gegner war, steigt verdient in die Oberliga NRW auf. Das heimische Team startet in der nächsten Saison einen neuen Anlauf zur Rückkehr in die dritte Liga des Schachsports.

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