II. Mannschaft 2014/15

Saison 2014/15: Bezirksliga, Schachbezirk Herne-Vest

Aufstellung, Termine, Ergebnisse und Tabelle

1.2.2015 – deutlicher Sieg gegen Datteln

Heute stand ein weiteres Ostvest-Duell an und wieder mussten wir mit Ersatz antreten, da sowohl Martin Stötzel als auch Martin Stratmann verhindert waren. Angelika Schulz und Günter Strozewski hatten sich dankenswerterweise bereit erklärt, uns auszuhelfen. Datteln trat ebenfalls mit Ersatz an Brett 8 an.

Nach einer guten Stunde Spielzeit standen Dirk Broksch an Brett 1 gegen Jaroslav Madalinski sowie Günter Strozewski am siebten Brett gegen Tim Berens bedenklich, während an den anderen Brettern die Stellungen ausgeglichen waren. Aber nach gut zwei Stunden kippten die ersten Partien zu unseren Gunsten. Dario Weichhaus produzierte gegen Angelika Schulz ein Hilfsmatt und um 16:30 stand es somit 1:0. Um kurz vor 17 Uhr konnte auch Marcel Strohmann am 2. Brett gegen Jörg Deutschmann den ganzen Punkt einkassieren 2:0. An Brett 5 einigten sich um 17:15 Marc Mathea und Alfred Neumann auf Remis, als Marc seine vorteilhafte Stellung falsch abgewickelt hatte 2½:½. Kurz darauf endete die Partie zwischen Peter Broszeit und Hans-Jörg Steinke ebenfalls remis 3:1. Jaroslav Madalinski bot um 17:30 angesichts großer Zeitnot (ihm blieben noch 50 Sekunden für 11 Züge) in guter Stellung ebenfalls ein Remis an, das Dirk nicht ablehnen konnte 3½:1½. Peter Becker an Brett 3 gab wenige Minuten später ebenfalls auf, da mein Läuferpaar eine Großmacht und weiterer Materialverlust schwer zu verhindern war 4½:1½. Damit stand unser Sieg fest, zumal Florian Schicktanz an Brett 6 gegen Karl-Heinz Aust ebenfalls auf Gewinn stand. Um 18 Uhr hatte sein Gegner ein Einsehen 5½:1½. Besonderen Kampfgeist zeigte Günter an Brett 7, der sich aus seiner schlechten Stellung befreit hatte, ein Remisangebot ablehnte und weiter um den Sieg kämpfte. Allerdings machte das Dauerschach von Tim Berens um 18:15 seine Gewinnbemühungen zunichte 6:2.

Damit sind wir nach den zwei Auftaktniederlagen gegen Ickern und Unser Fritz II wieder in der oberen Tabellenhälfte angekommen. Allerdings steht in drei Wochen mit Recklinghausen-Süd der nächste dicke Brocken an.

11.1.2015 – sicherer Sieg gegen Waltrop II

Am Sonntag traten wir wieder mit Ersatz an. Marcel Strohmann und Marc Mathea waren verhindert, dafür kamen Marcel Strohmann und Angelika Schulz an die Bretter. Waltrop II konnte hingegen auf die Stammacht zurückgreifen.
Nach einer guten Stunde standen fast alle ausgeglichen, nur Dirk hatte am 1. Brett gegen Andreas Odenwald einen soliden Vorteil in Form zweier verbundener Freibauern am Damenflügel. An Brett 2 spielte ich gegen Jörn Gasper und landete in einem ausgeglichenen Leichtfigurenendspiel (Läuferpaar gegen Läufer und Springer). Peter Broszeit stand gegen Jörg Hilbig ebenfalls ausgeglichen. Martin Stratmann musste sich an Brett 4 gegen die Angriffsversuche von Daniel Dunsche (z. Zt. mit 3,5/4 einer der Spitzenreiter in der Bezirksmeisterschaft) verteidigen. An den anderen Brettern hatte keine Seite Vorteile. Aber dann stellte Jörg einen wichtigen Mittelbauern ein und von da war es ein Spiel auf ein Tor. Um 16:30 konnte Peter dann die Glückwünsche seiner Mannschaftskameraden entgegen nehmen 1:0. Waltrop war allerdings nicht ohne Chancen, denn Angelika hatte gegen Richard Bobzien einen Bauern verloren und auch Florian Schicktanz optimistisches Spiel hatte zu einer deutlich besseren Stellung für Robert Neumann am 7. Brett geführt. Auch Andreas Odenwald hatte zwischenzeitlich wieder Luft schöpfen können. Als Holger Paris am 5. Brett unüberlegt abtauschte, konnte Marc Strohmann seinen Freibauern auf der c-Linie in Bewegung setzen und um 17:10 stand es dann 2:0. Um 17:20 gab Jörn Gasper in einer Stellung ohne Gewinnmöglichkeiten für beide Seiten seine Partie gegen mich remis 2½:½
Mittlerweile hatte Florian schon eine Leichtfigur verloren und seine einzige Remishoffnung bestand darin, die letzten gegnerischen Bauern zu erobern. Richard Bobzien hatte seine Stellung gegen Angelika ebenfalls verstärken können. Deshalb war Martin Stratmanns Remis um 17:25 eine Erleichterung 3:1 und mit Dirks Sieg um 17:35 stand es dann 4:1. Florians Kampfgeist machte sich bezahlt, als sein Gegner eine Figur einstellte und um 18:05 dann das Remis annahm 4½:1½. Martin Stötzel gab dann in einer klar besseren Stellung gegen Wilfrid Krolik Remis und um 18:20 einigten sich auch Angelika und Richard Bobzien auf ein Unentschieden. Damit stand ein 5½:2½ auf unserer Seite und wir konnten zufrieden nach Hause fahren.
Jetzt rangieren wir mit Unser Fritz II, Drewer und Datteln mit jeweils 4:4 Mannschaftspunkten auf dem geteilten 3.-6. Platz. In der nächsten Runde am 1.2. haben wir ein Heimspiel gegen unsere Nachbarn aus Datteln, bevor wir dann am 22.2. gegen den Favoriten aus Recklinghausen-Süd antreten müssen.
Es folgen noch einige Stellungen.

Broksch – Odenwald Stellung nach dem 20. Zug von Schwarz
Broksch - Odenwald 20s

Schwarz steht auf Abbruch, denn der Läufer auf a8 hat keine Felder und die weißen Freibauern am Damenflügel entscheiden den Tag z.B. 21. b5 Tb8 22. a4 Se8 23. Tac1. Stattdessen wählte Weiß einen falschen Plan. 21. Le5 Dg6 22. b5 Sd7 23 Tac1? (es war noch nicht zu spät für 23. Ld4!) 23. … Lxa3 24. Da3 Sxe5
Broksch - Odenwald 24s
Hier hat Schwarz so gut wie ausgeglichen, denn es droht das Manöver Sf3+-Sh4. Deshalb spielte Weiß 25. Kh1 Nun hätte Schwarz mit 25. … d4 sofort ausgeglichen, denn nach 26. exd4 Txd4 27. Dc3 Td5 droht die Überführung des Turmes auf den Königsflügel und die Öffnung der langen Diagonale mit e4-e3. Nach 28. Sc6 Lxc6 29. bxc6 Sd3 30. Lxd3 exd3 hat Weiß keinen Vorteil. Stattdessen ging die Partie weiter mit 25. … Db6 26. Dc3 Sd3 (besser d4!) 27. Lxd3 exd3 28. Sc6 d4 29. Sxd4 Dg6 30. f3 Tfe8
Broksch - Odenwald 30s
Weiß spielte 31. e4? und gab damit seinen Vorteil aus der Hand. Schwarz ließ sich die Chance zu 30. … Df6 entgehen 31. e5 Df4 (Dxe5 32. Tfe1) 32. Sc6 Lxc6 33. dxc6 Dxe5 34. Dxe5 Txe5 35 Tfd1 d2 und die Stellung ist ausgeglichen. Nach 31.… Dd6 32. Sf5 Dg6 33. Tcd1 h5 34. Txd3 Txd3 35. Dxd3 gewann Weiß nach fünf weiteren Zügen.

Strohmann – Paris Stellung nach dem 30. Zug von Weiß
Strohmann - Paris  30w

Schwarz konnte mit 30. … Tb6 31. Ta8 Lxc5 32. bxc5 Ta6 eine spielbare Stellung erhalten. Er spielte 30. … Lxc5 31. dxc5 b3? 32. axb3 Txb3 33. Ld4 Td3 34. Le5
Strohmann - Paris  34w
und die schwarze Stellung ist hoffnungslos. 35.… a5 36.c6 a4 37. c7 Td1+ 38 Kf2 und Schwarz gab auf.

Broszeit – Hilbig Stellung nach dem 28. Zug von Weiß
Broszeit - Hilbig 28w

Welchen Bauern soll man nehmen, c2 oder c4? Nach einer alten Faustregel sollte man sich für den Bauern entscheiden, der näher am Umwandlungsfeld ist. Richtig war 28. … Dxc4. Die weiße Dame ist an d5 gebunden und Weiß muss sich überlegen, wie er ein Dauerschach verhindern und den d-Bauern vorrücken kann. Jörg entschied sich für 28. … Dxc2 und damit nahm das Verhängnis seinen Lauf. 29. De6 Dxa2 30. De8+ Kh7 31. De4+ Kg8 32. d5
Broszeit - Hilbig 32w
Mit 32. Da4 hätte Jörg noch längeren Widerstand leisten können. 32.… Dd2 33. De6+ Kh7 34. d6 a5 35. d7 a4 36. De4+ und Schwarz gab auf.

Krolik – Stötzel Stellung nach dem 36. Zug von Schwarz
Krolik - Stötzel 36s

Nach 37. Kh1 ist die Stellung ausgeglichen, aber getreu dem alten Motto „Der Läufer stört den Unterricht!“ spielte Wilfried 37.Sxd4? und kommt in ein Endspiel, in dem der Springer und die schwarzen e- und f-Bauern stärker als der Läufer sind. 37. … Dxd4+ 38. Kf1 Kg7 (Nach … Sc4 39. Dc1 Se3+ 40. Ke2 Sxg2 fällt die weiße Stellung sofort auseinander.) 39. Dc1 Dc4+ 40. Dxc4 Sxc4 Weiß ist um gute Züge verlegen und hat kein Gegenspiel.
41. a5 Kf6 42. Kf2 Ke5 43. Lc8 Sd6 44. Le6 Kd4 45. g3 und in dieser Stellung wurde Remis vereinbart. Aber nach 45. … f3 ist die weiße Stellung verloren. Weiß kann die Überführung des schwarzen Springers nach e5 nicht verhindern, wonach sich die Freibauern in Bewegung setzen.

9.11.2014 – überraschend hoher Sieg gegen Drewer

Heute stand das Spiel gegen die SG Drewer auf dem Programm und damit die Frage, ob wir gegen einen der Ligafavoriten die nächste Niederlage abholen würden. Nach dem unglücklichen Start mit zwei Niederlagen und den bisherigen zähen Kämpfen gegen Drewer war das nicht so unwahrscheinlich. Zum Glück konnten wir heute mit unserer Stammaufstellung ins Rennen gehen, auch Marcel Strohmann konnte dank des aufgehobenen Streiks der Lokführer mit der Bahn von Aachen nach Recklinghausen gelangen. Drewer hingegen musste heute am 8. Brett mit Wolfgang Ritter einen Ersatzmann aufbieten.
Doch zunächst war der Auftakt nicht so verheißungsvoll, denn um 14 Uhr waren nur 7 Erkenschwicker an den Brettern und es stellte sich die bange Frage: „Wo bleibt Florian?“ Zu unserem Glück war er dann um 14:10 endlich da, allerdings hatte er etwas weiter entfernt vom Spiellokal einen Parkplatz gefunden. Nach einer guten Stunde waren wir mit unseren Stellungen im Großen und Ganzen zufrieden, nur Dirk stand am 1. Brett gegen Volker Mittmann gedrückt, dafür hatte Florian nach einem Eröffnungsfehler von Wolfgang Ritter im 9. Zug bereits eine Figur gewonnen. Auch Martin Stratmann hatte die Eröffnung gegen Uwe Nebel am 6. Brett nicht optimal behandelt und musste sich zunächst sorgfältig verteidigen. Doch gegen 15:50 brachen auf Dreweraner Seite die Dämme. Wilfried Uhlich hatte sich in einem Minoritätsangriff falsch verteidigt und büßte gegen mich eine Qualität und mehrere Bauern ein 1:0: Kurze Zeit später einigte sich Peter Broszeit an Brett 4 mit Martin Schäfer auf Remis 1½:½. Um 16:15 hatte auch Florian gewonnen 2½:½ und fünf Minuten später musste auch Uwe Nebel gegen Martin Stratmann aufgeben 3½:½. Am 5. Brett wechselte der Stellungsvorteil in der Partie zwischen Marc Mathea und Ulrich Riegermann mehrfach. Aber da der vorletzte Fehler gewinnt, konnte Marc den ganzen Punkt einfahren 4½:½. Angesichts des schon verlorenen Kampfes hatte Volker Mittmann die Lust am Weiterspielen verloren und gab seine schöne Stellung gegen Dirk remis 5:1. Marcel profitierte am 2. Brett von einem Rechenfehler seines Gegners Ulrich Arnold, der eine Figur unnötig opferte, und so stand es 6:1. Martin Stötzel gab seine überlegene Stellung gegen Lars Schäpers dann auch remis und damit war das 6½:1½ perfekt. Bereits um 16:45 konnten wir die Heimreise antreten.
Wann war ein Kampf in der Bezirksliga (abgesehen von Schlussrunden) schon nach weniger als drei Stunden beendet? Dazu passt auch, dass nur insgesamt 203 Züge gemacht wurden. Allerdings wurde Drewer unter Wert geschlagen. So konnten wir uns auf den 5. Platz vorarbeiten. Datteln schlug überraschenderweise Unser Fritz II mit 5 : 3 und Ickern gewann gegen RE-Süd ebenfalls mit 5 : 3. Am 11. Januar steht das nächste Spiel gegen Waltrop II an.
Stellungen gibt es nach den Zeugniskonferenzen.

28.9.2014 – deutliche Niederlage gegen Unser Fritz II

Auch wenn wir diesmal komplett antreten konnten, mussten wir gegen einen der Favoriten spielen. Zum Saisonende hatte der SV Unser Fritz deutlichen Zulauf von spielstarken Spielern erhalten, so dass jetzt die 2. Mannschaft mit Verbandsklassespielern verstärkt werden konnte.
Ich hatte an Brett 3 gegen Peter Dlouhy relativ schnell ausgeglichen, da ich seinen weißfeldrigen Läufer rechtzeitig getauscht hatte. In der Folge verschwanden auch noch die Damen und mehrere Leichtfiguren vom Brett und so erhielt ich nach 16 Zügen ein Friedensangebot, das ich annahm ½ : ½. Peter erreichte gegen den unorthodoxen Aufbau von Mario Elsner gutes Spiel und konnte eine Qualität gewinnen. Auch Martin Stötzel hatte gegen Till Kochs Spanier eine Angriffsfortsetzung gewählt und ersatzlos eine Qualität erbeutet. Dafür hatte allerdings Marcel Strohmann gegen Heiko Nowicki an Brett 2 eine Qualität für zwei Bauern und das Läuferpaar gegeben. Dirk hatte am 1. Brett gegen Andreas Prang sich schon in der Eröffnung mehrere Tempoverluste geleistet und besaß eine perspektivlose gedrückte Stellung, in der der Weiße sich aussuchen konnte, wo er die Stellung vorteilhaft öffnet. Auch Florian hatte gegen den c3-Sizilianer Julian Tober einen ungünstigen Aufbau gewählt und musste kräftig rudern. Dinar hatte als Ersatzspieler am 8. Brett eine schöne Stellung gegen Agim Gudaci, so dass der Kampf insgesamt positiv für uns aussah. Aber es kam wieder anders als gedacht.
Zuerst musste Dinar aufgeben, da er ein gutes Angriffsmanöver seines Gegners übersehen hatte und auf Halbmatt stand ½ : 1½. Als nächsten erwischte es Florian, dessen Qualitätsopfer für einen Königsangriff sich nicht als stichhaltig erwies ½ : 2½. Martin Stratmann einigte sich bei knapper Bedenkzeit mit Jürgen Gössling auf Remis 1 : 3. Mittlerweile stand auch Dirk auf Abbruch, während Peter und Martin Stötzel immer noch auf Gewinn standen und Marcels Stellung ausgeglichen war, so dass wir mit einer knappen Niederlage rechnen konnten. Doch ein 3½ : 4½ war uns nicht vergönnt, denn Peters und Martins Partien gingen remis aus, während Marcel seine leicht vorteilhafte Stellung einstellte und gegen 18:40 als letzter Erkenschwicker aufgeben musste. Das 2 : 6 war für uns eine herbe Enttäuschung, denn so schlecht waren wir auch nicht gewesen. Ich zitiere Jürgen Wegmann (genannt die Kobra): „Erst hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu.
Im nächsten Spiel müssen wir gegen die spielstarken Dreweraner antreten, die sich für ihre Auftaktniederlage gegen Unser Fritz II gegen Waltrop II mit einem 6½ : 1½ schadlos gehalten hatten.

Es folgen noch einige Stellungen.

Broszeit – Elsner Stellung nach dem 23. Zug von Schwarz
Broszeit - Elsner 23s

Hier konte Weiß mit 24. g4 eine Figur gewinnen, da nach dem Wegzug des Springers der Tf7 hängt. 24. … c6 ist nach 25. Tde1+ Te7 26. Db3 keine Rettung z.B. 26. Txe1+ 27. Txe1+ Se7 und jetzt gewinnt das Damenpendel 28. Dg8+ Kd7 29. De6+ Ke8 ein Tempo für 30. Lf6 und der Springer ist futsch. Stattdessen wählte Weiß den mühsameren Weg des Qualitätsgewinns mit 24. Ld2 c6 25 De6+ Te7 26. Dg8+ Kd7 27. Dxd8+ Txd8 28. Lg5 und mußte sich erneut anstrengen, um eine Gewinnstellung zu erreichen. Nach 49 Zügen ist diese Stellung erreicht.
Broszeit - Elsner 49s
Nach 50. Txh5 c3+ 51. Kc1 c2 52. Th6+ Ke7 53. Tc6 Se2+ 54. Kd2 c1D 55. Txc1 Sxc1 56. Kxc1 g4 57. Kd2 Kd6 59.Ke3 Ke5 ist das Bauernendspiel remis.
Hier gewinnt das Zwischenschach 50. Th6+ ein wichtiges Tempo für die Abwicklung ins Bauernendspiel. 50. … Kd5 51. Txh5 c3+ 52. Kc1 und jetzt fällt g5 mit Schach. Nach 52. … c2 folgt 53. Txg5+ Kc6 54. Txb5 und der schwarze König ist nicht im Quadrat des h-Bauern, der ungestört zur Dame durchläuft. 52. … Sd4 verhindert zwar die Abwicklung ins Bauernendspiel, aber nach 53. Txg5+ Ke4 kann Weiß gewinnbringend 54. bxc3 spielen.
Auch 50. … Ke7 51. Txh5 verliert zwingend. Hier ist 51. … c3+ 52 Kc1 c2 53.Txg5 noch hoffnungsloser als in der vorigen Variante, da 54. … Sd4 jetzt an 55. Te5+ scheitert. Schwarz kann mit 51. … Sd6 noch eine letzte Falle stellen, denn 52. Txg5? verliert nach Se4+. Weiß spielt aber 52. Kc3 und danach bleibt Schwarz nur noch die Aufgabe.

Abulhanov – Gudaci Stellung nach dem 17. Zug von Schwarz
Abulhanov - Gudaci 17s

Hier steht Weiß ganz ordentlich. Die richtige Fortsetzung ist 18. Sd6 Lxd6 19 exd6 und jetzt scheitert der Bauerngewinn 19. … Se4 an 20. Tc7 Td8 21. Dc2 Sxd6 22. Tb1 und Weiß steht sehr gut. Auf 19. …Tc8 folgt aber 20. Se5 Sxe5 21. dxe5 Sd7 22. f4 Tac6 und Weiß steht besser. Dinar ging an dieser Möglichkeit vorbei und unterschätzte die Idee hinter dem Turmzug nach a6: nämlich die Stellung mit e5 zu öffnen und den Turm zum Angriff auf den Königsflügel zu überführen.
Abulhanov - Gudaci 27s
10 Züge später hat sich das Bild gewandelt. Die schwarzen Figuren sind auf den Königsflügel ausgeschwärmt und die weiße Dame macht auf h2 keine gute Figur. Der plötzliche Stellungswandel führte dazu, daß Dinar die drohenden Gefahren unterschätzte. 28. Lxe5 Dxe5 29. e4? dxe4 und Weiß gab auf, denn die Drohung Lxc5+ nebst Matt ist nicht mehr sinnvoll abzuwehren. Dabei hatte Weiß sich erst mit 29. e4 selbst die Grube ausgehoben. Mit 29. h4 hätte er seine Dame wieder ins Spiel bringen können und nach 29. … Db2 30. Sd4 h5 31. Dh3 besitzt er leichten Vorteil.

Stötzel – Koch Stellung nach dem 14. Zug von Schwarz (d7-d6)
Stötzel - Koch 14s

Hier hat Weiß aufgrund seiner aktiven Figuren deutlichen Vorteil. 15. e6 Sc6 16. exf7+ Txf7 nach 16.… Kxf7 bedeutet 17. Dh5+ das Ende) 17. Lb3 Sxd4 18. Dxd4 Sf6. 19. Lxf7+ Kxf7. 20. Le4 Tc8 besaß Weiß eine Qualität und deutlichen Vorteil, den er im weiteren Verlauf ausbauen konnte. Nach dem 33. schwarzen Zug hat Schwarz nur noch Schummelchancen.
Stötzel - Koch 33s
34. Td7+ Kf6 35. Se4+ (Te2 gewinnt problemlos und deckt gleichzeitig f2.) 35. … Lxe4 36. Txe4 Txf2+ 37. Ke1 Txb2 38. Td2 Lb4 39. Te2 (Txb4 macht remis) 39. … Lxd2 40. Txd2 war das Remis besiegelt.
Schwarz war nach dem bisherigen Partieverlauf froh, ein Unentschieden erreicht zu haben. Allerdings hätte er im 39 Zug mit Txa2 ein gewonnenes Bauernendspiel erreichen können.

Prang – Broksch Stellung nach dem 29. Zug von Schwarz
Prang - Broksch 29s

Schwarz steht gedrückt und hat Schwierigkeiten, seine Figuren zu koordinieren. Hier spielt Weiß ein schönes Bauernopfer, um seine Figuren besser ins Spiel zu bringen. 30. c5 dxc5 31. bxc5 Sxc5 32. Sxc5 Lxc5 33. Lxc5 Txc5 34. Txc5 bxc5 35. d6 Lxf5 Schwarz möchte gerne den Bauern d6 erobern, aber so einfach ist die Sache nicht.
Prang - Broksch 35s
Der beste Zug ist jetzt das paradoxe 36. exf5, was dem weißen Läufer den Stützpunkt d5 nimmt. 36. … Dxd6 37. Lc4+ Ke7 38. Dh6 und jetzt muß sich Schwarz entscheiden, wie er mit dem angegriffenen Sg7 verfahren will.
Prang - Broksch 38w Variante
Die Deckung mittels 38. … Ke8 bzw. 38. … Kf8 führt nach 39. Dxh7 doch zum Verlust des Springers, denn auf a) 39. … Te7 folgt 40. Dg8+ Kd7 und nach 41. Td1 ist die Dame weg. Und auf b) 39. … Td7 kommt 40. Dg8+ Ke7 41. Dxg7 Kd8 und jetzt kann man ganz trocken mit 42. Dxd7+ ins Endspiel abwickeln, denn 43. Td1 gewinnt die Dame zurück.
Auch auf 38. … Td7 folgt wieder die gleiche Abvwicklung ins Endspiel. 39. Dxg7+ Kd8 40. Dxd7+
In der Partie folgte das ebenfalls gute 36. gxf5 h5 37. Lc4+ Ke8 38.Tg1 Da8 39.f3 Kd8 40. Dh6 Kd7 41. Df8 und Schwarz war erledigt.
Prang - Broksch 42w

Tober – Schicktanz Stellung nach dem 18. Zug von Weiß
Tober - Schicktanz 18w

Diese Stellung hatte Florian als gut für sich eingeschätzt.
In der Partie folgte 18. … 0-0 und nach 19. f3 f6 war der schwarze Angriff verpufft, denn Schwarz behält einen Turm weniger.
Sein nachträglicher Verbesserungsversuch 18. … f6 führt allerdings auch nicht zu einer guten schwarzen Stellung. Die stärkste Fortsetzung ist 19. Dd8+ Kf7 20. Dxh8 Dxg5 21. g3 Dg4 und jetzt sollte man nicht 22. Te1 Ld5 23. Tad1 spielen, um für den Läufer eine Qualle zurückzugeben, sondern den auf den ersten Blick paradoxen Zug 22. Db8! und der Angriffsversuch 23. … Dh3 (23. … Df3 verliert sofort nach 24. Db3+) wird durch 24. Db3+ gekontert. 23. … Ld5 24. Txd5! cxd5 und jetzt gewinnt 25. Da4 den Bauern a7, wonach die Partie für Schwarz ebenfalls verloren ist.
Tober - Schicktanz 22w
Allerdings hat Schwarz hat Schwarz noch einen Pfeil im Köcher. Stärker ist 22. … Sf5 23. Db3 Kg6 24. Td3 (um sich für die wichtigste Angriffsfigur anzubieten) und jetzt kann Schwarz 24. … Sh4 spielen (Drohung Dh3 nebst Matt auf g2). 25. Kf1 Df5! 26. Tad1 Sf3 und jetzt ist der einzige Versuch für weißen Vorteil 27. Txf3 denn anch 27. h3 bzw 27. h4 können die schwarzen Figuren den weißen König weiter belästigen. 27. … Lxf3 28. Tc1 und diese Stellung kann Schwarz vermutlich halten.
Tober - Schicktanz 28w
Allerdings sind die besten weißen und schwarzen Züge in dieser langen Variante am Brett schwer zu finden, so daß die Fehlerquelle im praktischen Spiel hoch ist. Was sagte Bent Larsen in solchen Situationen: „Long variation, wrong variation!“. Er war nicht nur ein begnadeter Schachspieler, sondern auch ein guter (und sehr unterhaltsamer!) Schachautor. Er hatte bis zu seinem Tode in 2010 eine eigene Kolumne im legendären Kaissiber.

7.9.2014 – kräftige Niederlage gegen SK Ickern

Der Tag begann schon schlecht, denn um 13:00 meldete sich Marcel Strohmann krank ab. Der Suche nach Ersatzleuten war kein Glück beschieden, so dass wir Rainer Dziewas an Brett 1 meldeten und mit einer kampflosen Niederlage in den Wettkampf gingen. Ickern, das mehrere Spieler reaktiviert hatte, ließ keinen Zweifel an seiner Favoritenrolle aufkommen und ging mit der kompletten Stammacht in den Mannschaftskampf.
Einzig und allein Peters Stellung gegen Uwe Abramowski bot aus unserer Sicht schnell Grund zur Freude. Dafür hatte an Brett 8 Günter Strozeweski gegen Frank Sieczkarek das Mittelspiel schlecht behandelt und schnell eine Figur eingebüßt. Erst in der Analyse stellte sich heraus, dass der Figurenverlust nicht zwingend war und er brauchbares Spiel hätte erhalten können. Ich übersah in einer leicht vorteilhaften Stellung ein einzügiges Matt. Marc Mathea hatte sich am 5. Brett mit Andreas Banik nach 13 Zügen auf Remis geeinigt. Somit stand es gegen 15:45 1,5 : 3,5 gegen uns. Von den verbleibenden Partien hatte einzig Dirk an Brett 2 gegen Martin Kemna Vorteil errungen. Martin Stötzel besaß gegen Udo Schweiger einen Mehrbauern und musste sich dafür gegen einen Angriff verteidigen. Florian Schicktanz hatte seine Stellung planlos gespielt und stand gegen Dietmar Sawatzki schlecht, so dass alles auf ein 3 : 5 hinauslaufen zu schien. Leider verpatzte Dirk seine Gewinnstellung, als er in Zeitnot ein Qualitätsopfer seines Gegners annahm, so dass seine Partie remis endete. Auch Martins Partie endete mit einem Dauerschach, so dass nach Florians Niederlage der Kampf 2,5 : 5,5 endete.
Es folgen noch einige Stellungen.

Broszeit- Abramowski Stellung nach dem 13. Zug von Schwarz
Broszeit - Abramowski 13s

Weiß hatte im 9. Zug den Bauern d4 geopfert, um Angriff zu erhalten. Dies stellte sich als Fehlkalkulation heraus. Um den Qualitätsverlust abzuwehren, zog Weiß 14. De4 mit Mattdrohung. Die beste Antwort wäre (wie auch in den nächsten Zügen) 14. … Dh4 gewesen. Stattdessen folgte 14. … g6 15. Td1 Te8.Danach könnte Weiß mit 16. De1 den schwarzen Damenausflug nach h4 verhindern, aber er sah die Gefahr nicht. 16. Da4 Dh4 (endlich!)
Broszeit - Abramowski 16s
17. Lc4 (auch 17.Lf1 rettet Weiß nach 17. … Lf5! nicht. Zunächst droht Df2 mit Matt. 18. Se4 Tad8 19. Sg3 Txe5 und jetzt rächt sich die Damenstellung auf a4.) Df2 und Weiß gab auf, da das Matt nicht zu verhindern ist.

Sieczkarek – G. Strozewski Stellung nach dem 18. Zug von Schwarz
Sieczkarek - Strozewski  18s

Hier steht Schwarz schon verdächtig, da der der Springer auf g4 etwas in der Luft hängt. Also spielte Weiß 19. Lh3 und nach 19. … h5? 20. f3 war der Klotz weg. Allerdings war hier eine versteckte Chance für Schwarz, wenn er 19. … Sdf6 spielt. Jetzt gewinnt das naheliegende 20. e5 keine Figur.
Sieczkarek - Strozewski  20w Variante
Schwarz spielt einfach 20. … Dh5. Die Deckung des Läufers mit 21. Kg2? scheitert an dem Figurengewinn durch 21. … Dxh3+ 22. Kxh3 Sxf2+. Deshalb muß Weiß kleine Brötchen backen und 21. Lxh3 spielen. Aber nach 21. … Sxg4 ist die Stellung ungefähr ausgeglichen.

Kemna – Broksch Stellung nach dem 30. Zug vomn Weiß
Kemna - Broksch 30w

Weiß hat einen Bauern weniger und setzt alle seine Hoffnung auf einen Angriff am Königsflügel, denn der schwarze Freibauer b5 ist ein Gefahr in jedem Endspiel. 30. Dd5+ 31. Kh2 f6 32. Tb2 Tc6 33. d4 Tc6 (Hier ist 32. … Tbc8 stärker, um nach 33. Tbf2 Tc1 34. Df3 Dxf3 35. Txf3 T8c2+ Dame und einen Turm abzutauschen z.B. 36. Kg1 Txf1+ 37. Txf1 La3 38. d5 Td2 und Weiß steht sehr schlecht.) 34. Tbf2 b4 35. Tf5 Dc4 36. Df3 b3 37. d5 Ta6 38. Lb2 Ta2 39. Tf2 Se5 40. Txe5 Mit nur wenig Zeit auf der Uhr macht Dirk jetzt alle seine vorigen Bemühungen zunichte.
Kemna - Broksch 40w
40. … fxe5? 41. Df7 Tg8 42. Dxe7 Dxd5 43. h4 h6 und die Partie wurde Remis gegeben.
Stattdessen hätte er mit dem Gegenopfer 40. … Txb2! den Punkt einsacken können. Nach 41. Txb2 (41. Txe7 b2 ist sofort kaputt, denn 42. Dxb2 scheitert an Txb2+.) 41. … fxe5 42. Df7 Lf8 43. Da7 scheitert an 43. … Dc3 44. Tf2 Db4 und der b-Bauer ist nicht mehr zu stoppen.